Ertragsteuerliche Behandlung von dachintegrierten Fotovoltaikanlagen

16. November 2010 - 1 Minute read

Das Bayerische Landesamt für Steuern hat eine Verfügung vom 5. 8. 2010 (Az.: S 2190.1.1-1/3 St32) zur ertragsteuerlichen Behandlung von Aufwendungen für dachintegrierte Fotovoltaikanlagen veröffentlicht. Dabei geht es um Fotovoltaikanlagen, deren Solarmodule nicht auf die vorhandene Dacheindeckung aufgesetzt werden, sondern anstelle der Dachhaut eingesetzt werden, beispielsweise in Form von Dachziegeln mit eingebautem Fotovoltaikmodul. Sie dienen also unmittelbar sowohl dem Schutz des Hauses, als auch der Stromerzeugung (Gewerbebetrieb).

Die Einkommensteuer-Referatsleiter des Bundes und der Länder bei ihren Erörterungen kamen zu dem Ergebnis, dass dachintegrierte Fotovoltaikanlagen mit den Aufdachanlagen gleich zu behandeln sind, also als selbständige, vom Gebäude losgelöste bewegliche Wirtschaftsgüter zu behandeln sind. Die Aufwendungen für die dachintegrierte Anlage, bei Solardachziegeln nur die Aufwendungen für das Fotovoltaikmodul sind als Anschaffungs-/Herstellungskosten für ein eigenes, abnutzbares und bewegliches Wirtschaftsgut des notwendigen Betriebsvermögens des Gewerbebetriebs „Stromerzeugung“ zu aktivieren und abzuschreiben. Die Dachkonstruktion dagegen gehört zum Gebäude.

Für die geplante Anschaffung der Anlage kann bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen ein Investitions-abzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG gebildet werden. Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG sind ebenso möglich wie degressive Absetzungen für Abnutzung nach § 7 Abs. 2 EStG. Diese Grundsätze sollen auch auf Blockheizkraftwerke anzuwenden sein. Die bisher vertretene Auffassung, Blockheizkraftwerke seien unselbständige Gebäudeteile, wenn die erzeugte Energie überwiegend im Gebäude verwendet wird, soll damit überholt sein.